Reisetipp Düsseldorf

Königsallee

Die Königsallee in Düsseldorf

Düsseldorf

Königsallee Düsseldorf

Königsallee Düsseldorf


Königsallee heißt diese Allee von Kastanienbäumen erst seit 1851. Vorher kannte man die Straße einfach als "Kastanienallee". Es war eine Straße außerhalb der Stadt Düsseldorf, der Weg zum Bahnhof am Kopfende der heutigen Kö.


Pferdeäpfel auf der Kö gegen König Friedrich Wilhelm


Ursache für die Umbenennung in den heute so berühmten Namen Königsallee war das "Pferdeapfelattentat" von 1848: König Friedrich Wilhelm IV von Preussen kam zur Zeit der revolutionären Umtriebe im Jahr 1848 ins ansonsten ruhige Düsseldorf. Auf dem Weg vom alten Bahnhof zum Schloss Jägerhof über die Kastanienallee erwartet ihn eine johlende Menge am Straßenrand. Das Volk war aufgebracht über die als ungerecht empfundenen preussischen Verordnungen, schimpfte und sang Schmählieder. Mit Pfiffen und Pferdeäpfeln wird König Friedrich Wilhelm von Preussen im freigeistigen Düsseldorf empfangen. Ein Pferdeapfel soll sogar seine Majestät getroffen haben. Der empörte König verließ die Stadt und der gute Ruf von Düsseldorf im preussischen Adel war hin. Die Stadt wurde mit Sanktionen belegt. Nach der Niederschlagung der Revolution versuchte der Düsseldorfer Gemeinderat den König wieder gnädig zu stimmen. 1851 benannte man zwei Straßen nach dem Monarchen, die Königsallee und die Friedrichstraße. Damit verdankt die Kö Ihren Namen dem König, der Revolution und einem Pferdeapfel.


Königsallee wird Flaniermeile


Um 1870 zählte Düsseldorf dann bereits 70.000 Einwohner und die vormals außerhalb der Stadt gelegene Königsallee war Teil der Stadt geworden. Industrie siedelte sich in der Stadt an, und die Königsallee legte den Grundstein für ihren heutigen Ruf: "Es wird voll auf der Kö, besonders an sommerlichen Abenden herrscht hier ein einziges wogendes Wandern, Grüßen und Ausweichen, an das Rechtsgehen kann sich die junge Großstadt noch nicht gewöhnen" schrieb ein Chronist.


Das Apollo


1899 begann auf der Königsallee ein neues Kapitel: Dort, wo vorher der alte Bahnhof stand, entstand mit dem Apollo eines der größten Varietees Deutschlands, wenn nicht gar Europas. Mit 2800 Sitzplätzen war das Apollo eine Weltstadtbühne für Theater, Zirkus und Tanzvorstellungen, für tierische Sensationen und für technische Experimente. Autos sollen sich auf der Bühne überschlagen haben und die berühmtesten europäischen Varietee-Künstler gaben sich die Klinke in die Hand. Das Apollo war immer ausverkauft.


Die Königsallee wird Prachtstraße


Die Königsallee entwickelte sich mit einigen "kleinen Hindernissen" zu dem was sie heute ist: Zunächst hatten die Damen des Rotlichtmilieus die westliche Seite - die Bankenseite der Kö - für sich erobert. Erst nach dem sie dort in den 70er Jahren "verbannt" wurden, stieg das Ansehen der Straße steil an. Die Königsallee wurde zur weltbekannten Prachtmeile, zum Luxusboulevard, zur Flanierstraße. Ein Platz zum Sehen und Gesehen werden bis heute. Prominente - und die, die es gern sein würde - tummeln sich heute wie damals in edlen Geschäften, Bars und Restaurants. Elvis Presley hat im legendären Tabaris seine Abende verbracht, Eleonore Duse und Zahra Leander feierten Erfolge im Apollo, die Kessler Zwillinge und Claudia Schiffer wurden auf der Königsallee entdeckt. Man kleidetet sich auf der Königsallee wenn man etwas auf sich hält: Gucci, Prada und Armani warten auf das internationale und zahlungskräftige Publikum. Längst ist das früher an der Stadtmauer ansässige Militär den Banken auf der Westseite gewichen, heute erwirtschaften renommierte Geldhäuser rund 15% des deutschen Außenhandelsumsatzes auf der Königsallee.

Tritonenbrunnen mit Blick auf den Kö-Graben
Karneval auf der Kö
Der Tritonenbrunnen

150 Jahre Königsallee

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