Kaiserswerth
Wer mit der Weißen Flotte den alten Düsseldorfer Stadtteil Kaiserswerth besucht, glaubt kaum in einer internationalen Stadt zu sein. Der kleine Stadtteil versprüht immer noch ländlichen Charme - nicht zu übersehen ist jedoch die lange Geschichte des Örtchens.
Kaiserswerth ist erst seit 1929 ein Stadtteil von Düsseldorf. Die Geschichte von Kaiserswerth ist allerdings schon viel älter. Das Dörfchen wurde als Benedektinerkloster wurde von Swidbert (Suitbertus) etwa um 700 begründet.
Als wichtige Rheinquerung wurde der Flecken von den Franken für Ihre Eroberungsfeldzüge genutzt. Von englischen Missionaren verwandten diesen Platz als Ausgangspunkt für die Missionierung des östlichen Rheinufers.
Eine der großen Sehenswürdigkeiten von Kaiserswerth ist die ehemalige Stiftskirche St. Suitbertus. Sie stammt aus dem 11. Jahrhundert und liegt am Suitbertus Stiftsplatz im Herzen des alten Stadtteils. Sie birgt den prächtigen Schrein (12./13. Jahrhundert) mit Gebeinen des Heiligen Suitbertus ("Swidbert"). Der englische Benediktinermönch hat hier auf der Insel - Kaiserswerth war eine von Rheinarmen umschlossene Insel - "Rhinhusen" (später hieß Kaiserswerth dann noch "Suitbertuswerth") missioniert und eine erste Kirche und ein Kloster gegründet. 1045 wurde die im Mittelalter weit bekannte Kaiserpfalz in Kaiserswerth gegründet. 1174 verlegte Kaiser Friedrich Barbarossa den Rheinzoll nach Kaiserswerth. Später (1273) wurde Kaiserswerth an den Kölner Erzbischof verpfändet. Im spanischen Erfolgekrieg (1702) sprengte man die bereits im Krieg gegen Frankreich 1689 beschädigte Festung "Kaiserpfalz", so das nur noch die Ruinen zu sehen sind.
Friedrich von Spee wurde in Kaiserswerth geboren. Mit vollem Namen hieß Spee eigentlich Friedrich Spee von Langenfeld. Als Sohn eines hohen kurkölnischen Beamten und einer alten rheinländischen Adelsfamilie wurde Friedrich am 25. Februar 1591 in Kaiserswerth bei Düsseldorf geboren. Zu Lebzeiten wurde nur ein wichtiges Manifest von Ihm veröffentlicht, die "Cautio Criminalis" mit der er gegen die damals üblichen Hexenverbrennungen anschrieb. Ein zweiter Sohn von Kaiserswerth war der evangelische Pastor Theodor Fliedner. 1836 gründete er das Diakonische Werk, seine prominenteste Schülerin war Florence Nightingale - die in Kaiserswerth ausgebildet wurde.
Die Altstadt von Kaiserswerth ist gerade an sonnigen Wochenenden eine beliebte Flaniermeile für die Düsseldorfer. Haufenweise Straßencafes und kleine, gute Restaurants säumen vor allem den alten Marktplatz, Boutiquen und Galerien finden sich dazwischen.
Einer der schönsten Biergärten Düsseldorfs befindet sich direkt am Rheinufer in Kaiserswerth. Der "Burghof" bietet unter alten Kastanien einen beliebten Treffpunkt für Jung und Alt mit Ausblick auf die vorbeifahrenden Schiffe auf em Rhein.
Eine "kleine" attraktion ist auch die "Currywurstbude" direkt an der Straßenbahnhaltestelle. Hier ist der "Stammsitz" eines kleinen Imperiums für "Berliner Currywurst" in Düsseldorf.
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